Die Suche nach dem perfekten Master

Es ist Ende Juni – zu diesem Zeitpunkt waren vor zwei Jahren bereits fünf meiner insgesamt acht Bewerbungen für einen Masterstudiengang bei den jeweiligen Hochschulen angekommen. Und das, obwohl ich noch nicht alle Prüfungsleistungen abgelegt hatte und dementsprechend noch gar kein Bachelorzeugnis vorweisen konnte. Während nach dem Abitur bei den meisten Hochschulen bis Mitte Juli Zeit ist, sich für einen Bachelorstudiengang zu bewerben, sind solche späten Bewerbungsfristen bei der Suche nach dem geeigneten Master eher die Ausnahme. Zwar habe ich bei campus relations e.V. von Mitgliedern im Master erfahren, dass die Bewerbungen um einen Masterplatz deutlich früher starten (und auch mit mehr Aufwand verbunden sind) als beim Bachelor  – die ersten Bewerbungsfristen, die bereits im April endeten, habe ich aber trotz dieser Warnung verpasst.

© Dietmar Rabich, rabich.de, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons
© Dietmar Rabich, rabich.de, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Um mir einen Überblick über die verbliebenen Hochschulen zu verschaffen, verbrachte ich viel Zeit damit, nach Studiengängen im Bereich PR zu suchen und mir alle Informationen in einer Liste zusammenzustellen. Zu jedem Studiengang notierte ich mir die Hochschule, das Thema des Studiengangs, die Art der Bewerbung, Bewerbungsfristen, Anforderungen, mögliche Kosten, einzureichende Unterlagen, verfügbare Plätze, den Link zur Website des Fachbereichs oder des Bewerbungsportals und Kontaktdaten. Letztere erwiesen sich als nützlich, als es beispielsweise darum ging, wie ich die Kenntnisse meines Zweitfachs Chinastudien mithilfe des europäischen Referenzrahmens als ausreichendes Fremdsprachenniveau darstellen könnte oder ob ich nun wirklich alle Unterlagen nochmal schicken müsste, weil ich vergessen hatte, meine Methoden-Kurse in meinem Transcript of Records gelb zu markieren. 

 

Diese beiden Nachfragen geben bereits einen kleinen Einblick, wie lang und vielfältig die Liste der einzureichenden Unterlagen bei einer Masterbewerbung ist: Von zweiseitigen Motivationsschreiben, über eine Mindestanzahl an Leistungspunkten in bestimmten Modulen bis hin zum Nachweis praktischer Berufserfahrungen, Arbeitsproben und Sprachkenntnissen ist alles dabei. Wenn man die ersten Hürden überwunden und alle Unterlagen frist- und formgerecht eingereicht hat, kommen bei einigen Universitäten noch Auswahlgespräche und –tests hinzu. War bei den meisten Bewerbungen um einen Bachelorstudiengang die Note auf dem Abiturzeugnis aussagekräftig genug, glich die Masterbewerbungen eher der Suche nach einem Job oder Praktikum.

 

 

Auch wenn der Aufwand den für die Bachelorbewerbung deutlich übersteigt, ist die Bewerbung um einen Masterplatz keine Zauberei und lässt sich durch Organisation und klare Ziele bewältigen. Außerdem führen bekanntlich viele Wege zum Ziel – ihr müsst für die Suche nach dem perfekten Master also nicht zwingend eine Liste erstellen. Wichtig ist, sich frühzeitig klar zu machen, ob man direkt einen Master anschließen möchte und falls ja, in welche Richtung dieser gehen soll. Dabei hat es mir sehr geholfen, ein grobes späteres Berufsziel vor Augen zu haben (auch wenn sich dieses noch tausendmal im Detail ändern kann) um zu entscheiden, was mich langfristig weiterbringt. Ich persönlich habe mich trotz Zusagen anderer Hochschulen entschieden, meiner ersten Studienstadt treu zu bleiben. Daher habe ich vor zwei Jahren den Master Strategische Kommunikation in Münster begonnen und bin mit dieser Wahl bis heute sehr zufrieden.

Geschrieben von Clara, 4. Semester Strategische Kommunikation, 23, Tänzerin mit Schwäche für Schokolade

 

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